Nach Abstellen zB Einkauf, startet mein C 280 Bj 94 nicht mer, Starter macht kein Mucks,alles andere funktioniert.

  • Hallo liebe Sternengemeinde 🙂

    ich habe seit kurzem ein Problem mit meinem Baby, C 280 Bj 94 Automatic, mit dem Starten, nach abstellen des Motors.

    Starter macht kein Mucks in stellung 3. Zv Pumpe, Benzinpumpe alles funktioniert bei stellung 3.

    Jetzt kommt das Kuriose : Lass ich ihn ca 2-3 std. stehen , Startet er wieder !!!!!!!!

    Kofferraum Trick und ZV Reset, sowie Batterie abklemmen, nutzt nichts, wenn, dann ganz Selten mit Kofferraumschloss alles Abzuschließen und wieder Aufzuschließen- geht er wieder an, bzw. Starter dreht.

    Ich suche jetzt das Anlasserrelais, um es zu Brücken-Klemme 30 und 87 , laut meiner Recherche im Netz.

    Im Fussraum-Beifahrer hinter dem Blech ist nichts, wo finde ich es, oder kann es was anderes sein ?

    Vielen Dank für Eure Hilfe

    Lg

    TDler

    Edited once, last by TDler (August 22, 2026 at 10:11 PM).

  • War beim DB Händler, Ersatzteile, der mir sagte das meiner kein Anlasserrelais hat ????

  • Du hast einen Wagen von 94, der hat gegenüber neueren Fahrzeugen einen deutlich reduzierten Elektronikanteil.

    Der Magnetschalter am Starter ist nicht das Anlasserrelais.
    Das Anlasserrelais = Startrelais dient zur Entlastung des Schaltkontaktes am Zündschalter.

    Erst beim Elektronischen Zündstartschalter der Modelle ab 97 wird das Starterrelais vom Motorsteuergerät angesteuert, erst ab diesem Zeitpunkt könnte das MSG bei erkanntem Defekt am Kurbelwellensensor die Startfreigabe verweigern. Ich glaube aber nicht daran, der Starter würde auch bei defektem KWS drehen. Der KWS erfasst keine Position an stehender Kurbelwelle, erst mit Starterdrehung werden Signale des KWS ausgelöst, also vergiss die für Dein System nicht hilfreichen Beiträge zum KWS.

    Wenn bei Deinem Wagen das Zündschloss direkt den Magnetschalter ansteuert legt der Schaltkontakt bei Stellung 3 direkt +12 Volt auf die violette Ader zu "Klemme 50", das ist der kleinere Anschluss am Magnetschalter, hier steht oft auch "50" dran. Die violette Ader hat 2,5 mm² Querschnitt und ist meist mit schwarzem Schutzschlauch versehen, nur ganz am Ende ist das Violett meist sichtbar.

    Wenn Du auf den kleinen Anschluss +12V legst sollte der Magnetschalter anziehen und der Starter drehen.

    Bei verdreckten oder verschlissenen Starterkohlen gibt es aber nur einen verringerten Stromfluss. Du kannst mit Antippen Funken erzeugen und möglicherweise "ruckt" es auch, aber der Starter läuft nicht an.
    Auch Hemmungen in der vom Eisenkern bewegten Mechanik oder zwischen Kern und Spulengehäuse können das vollständige Einrücken des Starterritzels behindern und dann wird ggf. auch der Schalter für Rotorstrom nicht geschlossen.

    Erklärung:
    Der Startermotor ist ein Bürstenmotor mit meist vier kräftigen Kohlen am Kollektor, hier Beispiele alt / neu eines typischen Starters:
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    Die alten Kohlen wären hier noch brauchbar gewesen, dieser Starter hatte Probbleme mit Schmutz / fehlender Schmierung an der Ritzel- Mechanik.

    Schaltbild Startermotor und Magnetshalter:
    Klemme 30 ist Dauerplus, Klemme 50 aktiviert den Magnetschalter
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    Der Magnetschalter hat an Klemme 50 den gemeinsamen Eingang von zwei Spulen.
    Bei Stromfluss addiert sich deren Magnetwirkung. Die Magnetkraft beider Spulen wirkt auf einen Eisenkern, der ohne Strom von einer Feder aus dem Magnetfeld geschoben wird.
    Wenn Du +12 V direkt auf den Anschluss "50" legst fließt über die eine Spule ein Strom direkt nach Masse (im Bild an der Spule der linke Anschluss oben, über gestrichelte Gehäusemasse nach links). Die Kraft der ersten Spule genügt aber noch nicht für vollen Anzug des Magnetschalters.
    Die zweite Spule liegt mit der anderen Seite (im Bild die untere Seite der gezeichneten Spule) an dem noch offenen Plusanschluss der Anlasserkohlen und so lange der Magnetschalter noch nicht vollständig angezogen hat fließt über die Reihenschaltung aus Plus-Kohlen, den stehenden Anlasserrotor und die Masse-Kohlen auch in dieser Spule ein Strom zu Masse.
    Die Summe der Magnetkräfte beider Spulen bewegt den Eisenkern des Magnetschalters und die Bewegung schiebt über eine Wippe das Anlasserritzel in den Starterzahnkranz am Schwungrad.
    Wenn der Spulenkern ganz angezogen wurde schließt ein Hochlastkontakt die Verbindung zwischen den beiden dicken Anschlüssen am Magnetschalter. Die Plus-Kohlen des Starters bekommen Spannung. Jetzt liegt an der zweiten Spule auf beiden Seiten Plus, durch die 2. Spule fließt kein Strom mehr.
    Die erste Spule erzeugt aber genug Magnetkraft um die Stellung des Kerns zu halten, der Starter läuft bis an Klemme 50 keine Spannung mehr anliegt. Erst dann schiebt die Feder den Eisenkern aus dem Magnetfeldbereich zurück und öffnet den Hochstromschalter.

    Bei verschlissenen Kohlen kann man häufig mit Hilfe einer zweiten Person noch Starterfunktion auslösen:
    Während einer den Zündschlüssel auf Pos. 3 hält bringt die zweite Person mit einer Stange oder Hammer (leichte) Schläge auf das Anlassergehäuse. Dadurch bekommen auch schlechte Kohlen manchmal noch genug Kontakt um den Anlasser in Gang zu bringen oder eine verschmutzte / klemmende Mechanik im Magnetschalter wird losgerüttelt.

    Die beschriebene Schaltung der Kombination Magnetschalterspulen und Anlasser kann auch ein anderes Verhalten erklären:
    Wenn der Magnetschalter die Mechanik nicht korrekt bewegen kann führt bei leicht laufenden Anlassern schon der Spulenstrom zum Hochdrehen des nicht eingekupplelten Anlassers.
    Wenn der Anlasser aufheult muss man mit dem nächsten Anlassversuch warten bis der Rotor wieder ganz zur Ruhe gekommen ist.
    Auf der Anlasserwelle sitzt über einem Schneckenprofil ein Freilauf und die Beharrungswirkung dieses Gewichtes unterstützt bei entsprechender der Drehbeschleunigung der Anlasserwelle die Längsverschiebung des Ritzels auf der Welle. Wenn der Anlasserrotor schon dreht fehlt diese Unterstützung.

    Gruß

    Pendlerrad

    Edited 4 times, last by Pendlerrad (August 24, 2026 at 4:51 PM).