Ersatz für A2026190025 "VERSTEIFUNG GETRIEBETUNNEL HINTEN"

  • Moin Moin!


    Bei meinem W202 (Bj. November 1999) hat sich eine Reparatur aus Nostalgie inzwischen zu einer "Oldtimer-Sanierung" ausgeartet.


    Unterhalb des Autos ist alles inzwischen ausgebaut (Achsen, Achsträger, Kraftstoff- und Bremsleitungen) worden und man sieht leider sehr gut, welche Rostschäden man beseitigen muss. Zum Glück habe ich die gesamte Ersatzradmulde noch als Originalersatzteil finden können.


    Problematisch stellt sich jedoch der Ersatz eines Bauteils dar, welches wohl mal A2026190025 "VERSTEIFUNG GETRIEBETUNNEL HINTEN" gemäß dem Teilekatalog war. Mehr als die beiden Halter (je 1 x links und 1 x rechts des Getriebetunnels) einschließlich Schrauben und den verrosteten Resten dieser Versteifung ist jedoch nicht mehr vorhanden. Mit Resten meine ich in diesem Fall das Blech, was zwischen Halter und Schraube festgegammelt ist. Der Steg dazwischen fehlt komplett, was scheinbar auch den TÜV nie gestört hat. Dem Grad der Verrostung nach fehlt das schon Jahre.


    Das Bauteil ist leider weder bei MB noch sonst irgendwo im Internet aufzufinden.


    Sofern die Darstellung von MB passt, hätte ich jetzt "einfach" eine entsprechend dicke Hutschienenleiste zweckentfremdet und als Ersatz verwendet.


    War hier schon mal jemand in der Verlegenheit, dieses Bauteil tauschen zu müssen bzw. kennt evtl. Ersatz dafür?


    Vielen Dank an alle!

  • Ein paar Bilder könnten helfen... Bzw. Es könnte sogar sein, dass dafür mancher sogar noch Ersatz hätte... 🙈😜


    Gruß


    Jürgen

    250T Turbodiesel, Kl. Mopf 10/96 und 01/97

  • Ich könnte leider nur mit einem Bild aus dem Teilekatalog des W202 dienen. Ich habe weder im Netz ein Bild dieses Teils gefunden und da meines ja nicht mehr vorhanden ist, fällt ein Foto davon leider aus. :lolt:


    Ich habe den Auszug aus dem Teilekatalog angehängt und das Teil gelb markiert.

  • Hallo,


    ich kann leider nicht mit Ersatz dienen, erinnere mich aber daran wie ich diese Strebe bei einem Schlachter einfach mit der Hand weg rupfen konnte aufgrund des Verfallstadiums.

    Nun stelle ich mir vor, wie das Auto drumherum aussehen mag... gibt es Fotos von den Rostschäden und deren Reparatur?


    Gruß

    Holger

  • Wenn diese Strebe weg ist, und auch die Halterungen schon ordentlich angenagt sind, stellt sich wirklich die Frage, ob das überhaupt noch lohnt....?


    Soll aber auch verrückte geben, die die komplette Fußraumwanne, inkl. Kardantunnel bei solchen Haufen schon getauscht haben... 😜😎😇😱😔.


    Wenn es nur um den Blechstreifen geht... Den hätte ich da. Alles weitere per PN.


    Gruß


    Jürgen

    250T Turbodiesel, Kl. Mopf 10/96 und 01/97

  • Wenn diese Strebe weg ist, und auch die Halterungen schon ordentlich angenagt sind, stellt sich wirklich die Frage, ob das überhaupt noch lohnt....?

    Das Auto steht derzeit beim Metalltischler auf der Bühne. Ich werde - sofern hier Interesse besteht - die Tage gerne mal ein paar Fotos machen.


    Der Unterboden ist schon komplett "blank" gemacht worden, man sieht also die Roststellen sehr gut. Diese betreffen aber hauptsächlich das Heck und hier auf Beifahrerseite unter der hinteren Stoßstange (dort wo diese Überdruckklappe sitzt).


    Derzeit tauschen wir die gesamte Ersatzradmulde. Das Originalteil hat ca. 120 x 80 cm als Maß. Habe ich günstig im Internet gefunden und erspart das Flicken.


    Die Halter von dieser Blechstrebe sind schon entrostet und erstaunlicherweise noch verwendbar. Der gesamte Kardantunnel sowie die Fußraumwanne ist dagegen fast rostfrei, keine Löcher oder sonstige Anzeichen.


    Keine Ahnung, warum mein W202 so selektiv gerostet ist, sogar die Federaufnahmen vorne hatten keinerlei Rost und die sind noch vom Bau. Wir haben diese dann trotzdem ersetzt, einfach um mal zu schauen, ob von innen was durchgerostet ist. Aber auch hier alles gut.


    Die übrigen tragenden Teile haben wir mit Boroskop untersucht, da waren auch keine Auffälligkeiten.


    Aus wirtschaftlichen Gründen macht die Aktion natürlich gar keinen Sinn, aber was tut man nicht alles, wenn die Nostalgie einen trifft :lolt:


    Das Auto bekommt jetzt einen aufgearbeiteten Hinterachsträger zzgl. neuer Anbauteile. Vorderachsen komplett neu. Vorne und hinten neue Stoßdämpfer und Federn mit Federnaufnahmen. Kraftstoff- und Bremsleitungen müssen neu. Das Differential bekommt alle Lager und Ringe neu, weil der TÜV gemault hat.


    Ansonsten halt das übliche nach fast 30 Jahren... Schläuche am Motor, Wasserpumpe, Klima-Kondensator und Trockner. Alle Motorlager, Getriebelager, neuer Kupplungssatz, Kupplungsgeber- und Kupplungsnehmerzylinder und noch vieles mehr.


    Fazit derzeit: Rost und Motorprobleme werden diesen W202 C180 definitiv nicht "töten". Mit gerade mal 180.000 km auf der Uhr hat der noch ein langes Leben vor sich - hoffe ich.

  • Leider habe ich für deine Frage nichts sinnvolles hinzuzufügen, aber ich bin wirklich sehr interessiert an deinem Vorhaben!

    Das gleiche habe ich auch für meinen geplant, bin aber momentan noch nicht so weit wegen einigen praktischen Überlegungen.

    Daher hätte ich ein paar Fragen, vielleicht kannst du mir die beantworten, wenn es dir nichts ausmacht.

    Hast du den Ausbau und die Aufarbeitung komplett anderen überlassen oder machst du es alleine oder mit Hilfe eines Experten? Ich würde bei mir eigentlich gerne viel alleine machen, befürchte aber, dass gerade beim Wiedereinbau der Fahrwerkteile und der Abgasanlage zu viele Details beachtet werden müssen, oder mir generelle Kenntnisse fehlen.

    Wenn du sagst, das Auto steht bei einem Metalltischler, meinst du da einen Karosseriebauer? Ich überlege auch noch, welche Werkstatt ich mir zur Hilfe dazuholen soll, bin aber eigentlich davon ausgegangen, dass ein Karosseriebauer die richtige Wahl ist.

    Wie hattest du geplant, den Unterboden danach zu konservieren? Mich interessiert hauptsächlich ob du wieder den normalen Unterbodenschutz benutzt oder eine Variation davon, oder ob du direkt nur zum Fett und Wachs greifst. Ich wollte den Unterboden komplett grundieren und auch lackieren, plus einem der oben genannten Mittel. Ich fahren meinen Wagen schon auch mal bei Regen oder über einen Kiesplatz, daher sollte es nicht bei der ersten Beanspruchung abgewaschen werden.

    Was hast du für Kosten veranschlagt? Also Werkstatt und Ersatzteile? Ein ungefährer Rahmen reicht, ganz genau brauche ich es nicht. Es geht mehr darum, das besser abschätzen zu können, auch in Bezug darauf, ob sich mehr Eigenleistung auch bemerkbar macht.

    Danke und viele Grüße!

  • Grundsätzlich habe ich alles selber gemacht, was nicht direkt TÜV bzw. sicherheitsrelevant ist (z.B. Türen austauschen mit dem Innenleben).


    Ich habe mir eine Werkstatt mit einem guten Karrosserie-Techniker gesucht, der auch schweißen kann. Dann kam das Auto auf die Bühne und ich habe unten alles selber abgebaut - Achsen komplett, Kraftstoffleitungen, Bremsleitungen, Verkleidungen, Kardanwelle usw. Damit stand der W202 unten komplett blank dar.


    Sofern es von MB direkt noch Metallteile gab (mit Teilenummer) - z.B. Reparaturbleche oder ganze Baugruppen wie Ersatzradmulde, Schweller - habe ich diese selber bestellt. Entweder direkt bei MB oder sonstwo. Damit habe ich bei meinem viel "Geflicke" mit kleinen Blechen gespart.


    Der W202 ist nicht sehr technisch - zumindest mein C180 nicht. Die Teilekataloge habe ich und wenn ein Teil benötigt wird, suche ich es raus, beschaffe es und gebe das an die Werkstatt weiter.


    Den kompletten Wiedereinbau macht die Werkstatt - ist aber echt simpel, die komplette Hinterachse liegt neu bzw. generalüberholt schon hier.


    Der Unterboden ist komplett entrostet und gestrahlt worden, Roststellen entweder komplett durch neues Blech ersetzt oder halt, wenn nur oberflächlich, leicht abgetragen worden bzw. auch Auftragsschweißen an ein paar kritischen Stellen. Problematisch waren die Federteller am hinteren Querträger. Die Federteller bekommt man als Reparaturteil, anbringen geht halt nur, wenn der Querträger noch gut ist. Die Schweißnähte haben wir dann doppelt mit Rostschutz gestrichen und so "luftdicht" gemacht. Jetzt wird grundiert, dann Lack drauf, dann Unterbodenschutz und dann Wachs. Plan ist, diese Versiegelung bei jeder Wartung ein mal im Jahr aufzufrischen.


    Danach die Brems- und Kraftstoffleitungen neu ziehen.


    Kostentechnisch war meiner locker fünfstellig. Derzeit bin ich bei 5.000 € für Ersatzteile und ein paar Gimmicks (Autoradio, Einparkhilfe, Totwinkelwarner). Dazu ca. 5.000 € Arbeitslohn für die Werkstatt zzgl. dem Lackierer mit noch mal 2.000 € (drei Türen, Motorhaube, Radhaus hinten links und rechts, etc).


    Ob man so viel hätte machen müssen, kann man in Teilen diskutieren. Ich hab' halt pauschal alles mitgemacht, was irgendwann mal kommt und jetzt einfach ging, weil z.B. der Motor raus war (neuer Kupplungssatz, neue Motorlager). Wenn man aber mal anfängt, war das bei meinem leider ein Fass ohne Boden. Wer konnte z.B. ahnen, dass beim Kondensator der Klimaanlage, wie auch immer das passiert ist, ein Drittel der Kühllamellen "weg" war.


    Grob geschätzt waren bei meinem ca. 10 % aller Blechteile, die mal einen Stehbolzen getragen haben, so angefressen, dass wir neue Bleche und Stehbolzen setzen mussten. Insbesondere bei den Radhäusern vorne und hinten jeweils im unteren Bereich Richtung Fahrzeugheck.


    Man kann in manchen Bereichen viel Geld sparen, wenn man vorsichtig ist. Beispiel: Alle Clipse für die Schwellerverkleidungen kosten beidseitig zusammen bei MB mehr als 300 €. Ich habe aus "Neugier" einen kompletten Satz im Internet für 13 € bestellt und dachte mir "Wird wohl richtiger Billig-Schrott sein!". Hat aber wieder erwarten super funktioniert.

  • Von meiner Seite aus gibts den Respekt soetwas durchzuziehen aus reiner Nostalgie bei vollkommenen finanziellen Nonsens. 12k plus noch das Basisfahrzeug hätte komplett erhaltene originale mit weniger km und ohne jeglichen Rostansatz (sei es Japan, Spanien und Co) mit mehr Motor etc. heutzutage finanziert.
    So hergerichtet und weiterhin gefplegt dürfte dich der Wagen locker 30 Jahre plus weiter begeiten. :thumbup: :thumbup: :thumbup:

  • Sagen wir es so, der Wagen hat meine Frau und mich schon vor über 20 Jahren bei unserer Hochzeitsreise über Island begleitet - da hängt sehr viel Erinnerung dran. Natürlich ist es viel Geld, auf der anderen Seite, behaupte ich jetzt mal, habe ich einen sehr guten Überblick über den Zustand des Fahrzeugs. Bei einem Gebrauchtfahrzeug, egal mit welchem Lebenslauf, wäre dies nicht unbedingt der Fall gewesen.


    Der Wagen ist seit 2001 in meinem Besitz.


    Die Türen stammen z.B. aus Spanien mit nur minimalem Rost, der Hinterachsträger ebenfalls.


    Und was ich persönlich liebe an meinem W202: Er ist einfach technisch so simpel aufgebaut! Nicht so verbaut, wie der PHEV, den meine Frau angeschafft hat und er piept und meldet sich auch nicht ständig auf der Autobahn mit irgendeinem Hinweis.