Erfahrungen mit Allwetterreifen, im Vergleich zu Winterreifen

  • Aus aktuellem Anlass... In D gibt es heuer wohl seit Jahren wieder mal eine geschlossene Schneedecke und sogar mal wieder über mehrere Tage Dauerfrost.


    Im Eigenversuch hat sich in der letzten Wochen mal wieder gezeigt... Allwetterreifen sind nur ein fauler Kompromiss.

    Bei geschlossener Schneedecke gewinnt ein Allwetterreifen keinen Blumentopf im Vergleich zu nem Winterreifen.


    Ich würde mir sowas nie kaufen... Die Allwetterreifen sind von nem Schlachtfahrzeug über geblieben. Zum wegschmeißen zu schade, zum Verkaufen nur zu nem Gurkenpreis... Da meine Winterreifen alt und ziemlich Glatze waren, habe ich die, weil sie da waren drauf geschmissen und wollte sie runter fahren...

    Hat leider nur 2025 geklappt.

    Zu Neujahr 2026 gab es Schnee und es hat sich gezeigt, dass die Reifen nur suboptimal tauglich sind, obwohl noch zwischen 4,5 und 5,5mm Restprofil.


    Auf losem Schnee vielleicht etwas besser als ein reiner Sommerreifen.

    Hatte mir zum Glück, zwischendurch schon mal nen Satz frische Winterpellen zur Seite gestellt.


    Das Aha - Erlebnis war einfach, dass ich aufgrund geschlossener Schneedecke, zum einen leichte Bergaufpassage wieder rückwärts runter rutschen durfte und damit auch noch einige Kilometer Umweg in Kauf nehmen musste.


    Hab dann unmittelbar auf Witterreifen gewechselt. Später dann feststellen dürfen, als ich nochmals die Gleiche Bergaufpassage befuhr, in die ich morgens die ersten Spuren in den Schnee drücken wollte und kläglich versagte.

    Mit Winterreifen war das jetzt sogar auf einer schon festgefahrenen Schneedecke, überhaupt kein Problem... Da konnte ich sogar im Berg anhalten und problemlos wieder anfahren...


    Falls jetzt wer kommt, die Allwetterreifen seien ja wohl viel älter... Das stimmt zwar, aber wenn man nur die Profilstruktur betrachtet, wird klar, dass der mit viel mehr feinen Lammellen strukturierte Winterreifen eine ganz andere Performance bietet.

    Das Profil setzt sich mit dem Schnee, gar nicht erst so zu, wie beim den Allwetterreifen.


    Gruß


    Jürgen

    250T Turbodiesel, Kl. Mopf 10/96 und 01/97

  • Danke für Deinen Bericht. Ich fahre mit Ganzjahresreifen, weil ich wenig fahre und nicht jeden Tag (Home-Office), auf dem Dorf lebe, wenig Verkehr. Und hier im Nordwesten ist viel Schnee und Eis eine Seltenheit. Müsste ich jeden Tag mehrere km fahren, würde ich auch zwischen Sommer- und Winterreifen wechseln. Es kommt eben auf die persönliche Situation an.

  • Gebe vollkommen Jürgen recht, daß es ein Kompromiss ist und es bleibt auch einer. Das sind Reifen für "" Flachlandtiroler "". In unserer Region ist Schnee äußerst selten und wenn dann sind die Straßen schon frei, wenn wir unterwegs sein müssen. Als wir aber vor Jahren, regelmäßig, im Winter, im Allgäu Urlaub machten, sah das noch anders aus.

  • Ich hab jetzt neue GoodYear Vector 4 Seasons in 225/40/18 drauf. Auf Schnee sind die, wie ich auch schon erwartet hatte, nicht zu gebrauchen. Aber sonst machen sie einen guten Eindruck. Im Sommer sind sie absolut ok. Auf Nässe und jetzt bei -10 Grad haben sie auch noch genug Grip. Ich werde auch weiterhin keine Winterreifen kaufen. Ich hatte vorher den Nexen 4season, der war nicht wirklich gut. Weder im Sommer noch im Winter aber auf Schnee hatte ich den auch nie testen können.


    Kann aber sonst Holger zustimmen, würde ich jeden Tag zur Arbeit fahren müssen, dann würde ich keine Ganzjahresreifen fahren. Aber so für Fahrzeuge die man bei Schnee auch stehen lassen kann. jederzeit.

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  • Uns laufen irgendwie immer 8 fach bereifte Autos zu, sodass mein Plan auf Allwetter umzurüsten immer verworfen wird als Flachlandtiroler oder nen Satz neuwertiger Winterreifen auf original MB Felgen weniger kostet als nen Satz neuer Allwetter oder Winterreifen beim Händler (wie es beim SLK der Fall war).

    Bei der aktuellen Wetterlage hier ist man über die Winterreifen froh, aber letztlich kommt das alle Jubeljahre mal vor, sodass hier eigentlich kein Bedarf dafür vorhanden ist jeweils zwei Sätze reifen pro Fahrzeug zu benötigen (Platz, Geld, Aufwand).

  • So unterschiedlich sind die Erfahrungen, ich hab Michelin Cross Climate aufm W202 und S212 jetzt die 3te Saison und ich kann mich so gar nicht beschweren.


    Ich wohne im Spessart auf einem Berg und bin bisher weder stecken geblieben noch hatte ich Situationen wo es knapp war oder ich Angst hatte. An die Witterung angepasst fahren ist das Stichwort und sein Auto kennen ist das A und O.


    Mit dem 212 bin ich die Tage durch einen Feldweg mit Schneeverwehung gefahren das Auto war regelrecht ein Schneeschieber obwohl der Bock elends hoch ist, aber auch das ging.

  • Die Reifenwahl hat nix mit angepasster Geschwindigkeit zu tun. Mag sein, dass der Michelin Allwetterreifen besser performed, als die Dinger, die ich da drauf hatte. Wenn sie Deinen Ansprüchen genügen, ist es ja gut. D. h. aber noch lange nicht, dass es ein Winterreifen bei den aktuellen Bedingungen nicht besser könnte.

    Bin hier morgens oft derjenige, der die ersten Spuren in den Schnee zieht, wenn denn mal welcher liegt.

    Die letzten Jahre waren ja immer recht schneearm. Ich kenne aber auch noch Zeiten, wo es regelmäßig im Winter, für mehrere Tage, oder Wochen winterliche Verhältnisse gab.

    Der Faktor Geld ist wohl eher, genauso wie der Aufwand für den Reifenwechsel, wohl eher vorgeschoben, um eine Rechtfertigung zu haben. Aber nicht wirklich plausibel. Da wird so viel Geld für unnützer Spielkram verballert... Da fallen 2, oder 300,-€ für eine Winterreifensaison wohl nicht ins Gewicht.

    Ist man nicht aufs Auto angewiesen, kann ich natürlich verstehen, dass man sich das erspart.


    Gruß


    Jürgen

    250T Turbodiesel, Kl. Mopf 10/96 und 01/97


  • Der Faktor Geld ist wohl eher, genauso wie der Aufwand für den Reifenwechsel, wohl eher vorgeschoben, um eine Rechtfertigung zu haben. Aber nicht wirklich plausibel. Da wird so viel Geld für unnützer Spielkram verballert... Da fallen 2, oder 300,-€ für eine Winterreifensaison wohl nicht ins Gewicht.


    Und jetzt Rechnen wir mal nicht nur ein Fahrzeug (weil das ist ja langweilig). Bei uns sinds drei Fahrzeuge die jeweils WR und SR haben. Aktuell einer 18, einer 17 und einer 16 Zoll, der 202 steht eh nur auf SR und hat Saison. Dauer der Nutzung 3 Jahre oder 4 und nen Markenreifen alla Michelin inklusive Wechsel und Montage in der Werkstatt sowie die Erstanschaffung jeweils eines Felgensatzes und Montage der Räder.
    Ich behaupte das da ordentlich Geld durchgeht. Drei Sätze Reifen mit Felgen wollen auch gelagert werden, da kann man entweder Werkstatt rechnen oder man hat privat die Fläche (die ja auch was gekostet hat).

  • Bei uns sinds drei Fahrzeuge die jeweils WR und SR haben....

    Bei uns mit den Autos von den Kindern sogar 4. Es hat nur eines der Autos die 8-fach Bereifung und zugleich 4WD. Für den Winterurlaub in die Berge. Da hatte ich es mit Ganzjahresreifen probiert, das ist aber wirklich spürbar schlechter. Dabei ist das Bremsverhalten mit den Ganzjahresreifen mir unangenehmer in Erinnerung, als der Vortrieb.

    Das mag natürlich subjektiv sein, weil einfach der Stresslevel stiegt, wenn die Karre nicht bremst.

    Der Rest der Autos rollt nur im Flachland, da reichen die Ganzjahresreifen.

    In Österreich müssen Winterreifen im übrigen eine Profiltiefe von über 4mm aufweisen, wenn damit im Winter gefahren wird, sonst Bußgeld. Und selbst mit 4WD und nagelneuen Winterreifen ist man von der Kettenpflicht (Ö-Norm Ketten) nicht befreit.

    mit freundlichen Grüßen, Rainer



    Als sie den Stern sahen, überkam sie grosse Freude (Matthäus 2:10)