Hallo,
mir ist seit längerem aufgefallen, dass der Zuheizer meines 202 CDI trotz erreichter Betriebstemperatur noch weiter läuft, manchmal erst sehr viel später ausgeht.
Lösung in Post 5!
Die KI-Anzeige hat das "Plateau" kurz über 80°C erreicht, aber eine von mir zusätzlich eingebaute Kontroll-Led zeigt weiter die Pulse der Dosierpumpe des laufenden Zuheizers.
Ich schalte dann meist per Hand aus, Schalter "Zuheizer off".
Jetzt habe ich beim Betriebstest mit Testbock, Laptop und Wassertrog an mehreren von mir gewarteten oder reparierten Standheizungen mal die Wassertemperatur im Trog mit einem Thermometer gemessen und mit der in der Diagnose angezeigten Temperatur verglichen.
Alle Heizungen zeigten die gleiche Tendenz:
Die Wassertemperatur "kalt" wurde sehr korrekt angezeigt (Bereich 10°C bis 20°C)
In der Aufheizphase wurde die tatsächliche Wassertemperatur aber höher als der von der Heizung gemessene und im Diagnoseprogramm angezeigte Wert.
Bei Erreichen der Abschalttemperatur (77°C) war das Wasser im Trog mit bis zu 90°C tatsächlich etwa 13° wärmer.
Das Prinzip der Heizgeräte habe ich in diesem Beitrag erläutert:
Zuheizer und Standheizung Webasto TT-C, -E, -C/Z
Wenn ein Zuheizer nicht wie programmiert in die "Regelpause" geht, (202 bei 78°C, 168 bei 80°C), sondern über 90° anstrebt und erst dann die Flamme abschaltet kann ein Teil der Leistung bei teilgeöffnetem Thermostaten am den Kühler abgegeben werden, das ist Energieverschwendung.
Auch wenn eine Standheizung meist bei stehendem Motor benutzt wird, so ist auch hier eine Erhöhung der Abschalttemperatur unsinnig. Der bereits heiße Motor erzeugt erhebliche Wärmeverluste, ein weiteres Aufheizen über die vorgesehene Abschalttemperatur hinaus dauert erheblich länger. Ein "verstellter" Abschaltpunkt einer Standheizung verbraucht erheblich mehr Kraftstoff und Batteriestrom.
Lösung in Post 5!
Ich habe für die Kontrolle ein elektronisches Barbecue-Thermometer benutzt. Dieses Thermometer zeigte bei kochendem Wasser tatsächlich 100°C, ist für meine Beurteilung genau genug.
Thermometer.JPG Temperaturmessung.JPG
Die getesteten Geräte benutzen zur Temperarturmessung einen NTC-Widerstand.
Ich habe die Geräte zerlegt und die Widerstands/Temperaturkurve der ausgebauten NTC aufgenommen.
Sie zeigen alle bei 80° einen noch zu hohen Widerstand, erst bei weiterer Erwärmung wurde der für 80°C erwartete Wert erreicht.
Nach Auswechslung des NTC gegen ein geprüftes Exemplar ergaben sich bessere Werte.
Mit Altteilen ließ sich eine genaue Abschalttemperatur aber nur durch gleichzeitige Verschiebung des Arbeitspunktes über einen vergrößerten Vorwiderstand erreichen.
Kalte Temperaturen werden jetzt etwas zu hoch gemessen, ein Fahrzeuggebläse dadurch etwas früher eingeschaltet, aber der Abschaltpunkt ist jetzt kalibriert.
Ich habe mir einige neue NTC eines anderen Typs besorgt und werde in Kombination mit angepassten Widerständen Versuche zu genauerer Einstellung der Temperaturkurve machen.
Nach einer kurzen Recherche zu NTC-Widerständen gehe ich von einem Alterungsproblem aus, der dauernde Betrieb bei hohen Temperaturen scheint hier einen schädlichen Einfluss zu haben.
Ich habe keinen Einfluss der vom Programm der Heizung erfassten Einschalt- oder Betriebszeit festgestellt. Aber die Heizungen sind ja bei laufendem Motor auch heiß, wenn sie selbst nicht in Betrieb sind und es könnten auch noch Feuchtigkeitseinflüsse eine Rolle spielen.
Gruß
Pendlerrad