Politik-Diskussionsthread

  • irgendwann wird in Mathe nur noch gerundet, und die großen Diskussionen werden darum gehen, ob man auf- oder abrundet.

    Schöne Grüße
    Andreas


    Man kann ein Auto nicht wie ein menschliches Wesen behandeln - ein Auto braucht Liebe (Walter Röhrl)

  • ....Sinn und Zweck des ganzen ist natürlich nicht, dass die Kinder "verblöden", sondern das genaue Gegenteil.

    ....macht es schon Sinn, Überlegungen anzustellen, wie man gewisse Themen zugänglicher macht, ohne die Anforderungen, die ein bestimmter Schulabschluss beinhaltet, abzusenken....

    Ungünstigerweise hat das irgendwie nicht so recht funktioniert. Wie nicht nur die PISA-Studien der letzten Jahre nur allzu deutlich aufzeigen, sondern wer beruflich in den letzten Jahren mit Azubis zu tun hatte, musste leider erkennen, dass das Bildungs-Niveau gehörig "den Bach runter" ging.

    Das fängt bei erschreckend geringer Allgemeinbildung an, geht weiter mit Konzentrationsschwächen, fehlendem Beharrungsvermögen und einer mangelhaften Sprachbeherrschung.


    Wenn Azubis mit Deutsch (Leistungskurs) als erstem Abi-Fach und der Note "gut" später dann in der Berufsausbildung in einem nicht gerade unwichtigen Schriftstück das Wort "Anziehsachen" anstatt der Worte "Kleidung", "Bekleidung" oder "Kleidungsstücke" benutzen, dann sagt das doch wohl viel aus.... ;(


    Wer heutzutage in NRW das Abitur macht, hätte in den 1970er-Jahren Probleme gehabt den Hauptschulabschluss zu schaffen.


    Nur gut, dass ich mich als Rentner damit nicht mehr beschäftigen muss. :P

  • Also ich habe als Gymnasiast in den frühen 70er Jahren einfach zu oft erlebt dass intelligente, begabte Schüler wegen Schwierigkeiten bei insbesondere Mathematik gescheitert sind, kein Abitur gemacht haben (mich eingeschlossen) während sie ansonsten gute Schüler waren. Und letztlich einen Beruf ergriffen haben der unter ihrem "Wert", ihrer Intelligenz und sonstiger Bildung wie z.B. Fremdsprachen,Geschichte, Deutsch lag.

    Ein grausames, dummes Bildungssystem das darauf abzielte auszusieben.Zugang zu höherer Bildung als Privileg für wenige zu gestalten.

    Jede Verbesserung dieses Schwachsinns ist mir höchst willkommen.


    Und was das Leistungsniveau an Schulen angeht: Meine nun fast 18-jährige Tochter geht hier an ein, zugegebenermaßen als "Elite-Schule" gehandeltes Gymnasium.

    Was da zu lernen ist, was da geleistet werden muß, was da für ein Wissensstand in bestimmten, vom Schüler gewählten Fächern, ist wirklich erstaunlich viel.Und dazu kommt dann noch dass es, immer noch, für viele, viele

    Studienfächer einen strengen Numerus Clausus gibt. Also ein sehr guter Abi-Durchschnitt erreicht werden muß um eine einigermaßen freie Studiumswahl zu haben.

    Und dann meckert man über Fachkräftemangel und brauch angeblich Leute aus dem Ausland um selbigen zu schließen. Wozu braucht man eine Eins in Englisch wenn man Arzt werden will? Oder Psychologe?

    Was für ein Blödsinn.In den USA kann man auf eine Uni gehen ohne eine Fremdsprache zu beherrschen oder ohne besonders gut in schulischem Mathe zu sein.


    Nebenbei gesagt, von PISA halte ich nicht viel, das sagt auch nicht das aus was gebraucht wird. Allerdings stimmt es dass diejenigen die die Lehrpläne vorgeben manchmal bei mir den Eindruck erwecken dass sie ihre Diplome wohl gekauft haben. Grundschule- schreiben lernen nach Gehör. Sokke? Prima hast du das gemacht, Kevin. Wie es richtig geschrieben wird kannst du ja immer noch später lernen. Oder halt nicht.Was für ein hahnebüchener Schwachsinn. Wenn da die Eltern nicht nachhelfen und schauen dass das Schlimmste verhindert wird und das Mindeste gelernt wird kann es schnell schief gehen.

  • Da macht es schon Sinn, Überlegungen anzustellen, wie man gewisse Themen zugänglicher macht, ohne die Anforderungen, die ein bestimmter Schulabschluss beinhaltet, abzusenken.

    Das ist an sich richtig und das ist an sich auch zu begrüßen. Nur muss man eben bei Einzelmaßnahmen hinsehen, ob das auch so der Fall ist. Prinzipiell sehe ich in der Sache es sogar als sinnvoll an, den Fokus stärker auf das halbschriftliche Dividieren zu legen, als auf das schriftliche Dividieren.


    Bei all den Maßnahmen schwingt aber auch mit, dass man Inhalte schlicht nach hinten verschiebt. Da die Lehrpläne in der Sekundarstufe nun auch nicht große Freiräume haben, steht zu befürchten, dass dann hinten schlicht Inhalte entfallen. Ansonsten müssten nach hinten verschobene Inhalte ja nach vorne gezogene Inhalte nach sich ziehen. Aber das scheint so nicht der Fall zu sein. Und das genau bedeutet die Anforderungen bestimmter Schulabschlüsse faktisch zu senken.

  • Sollte ich irgendwann mal wiedergeboren werden, und das geistige Niveau so weiter sinken, werde ich eine Sekte gründen, Jünger zu finden, dürfte dann überhaupt kein Problem sein.


    Und dieser Film kommt der Realität immer näher


    Idiocracy – Wikipedia
    de.wikipedia.org

    Schöne Grüße
    Andreas


    Man kann ein Auto nicht wie ein menschliches Wesen behandeln - ein Auto braucht Liebe (Walter Röhrl)

  • Wer heutzutage in NRW das Abitur macht, hätte in den 1970er-Jahren Probleme gehabt den Hauptschulabschluss zu schaffen.

    Na, das kann ich mir jetzt aber nicht so recht vorstellen 😂 Als ich in den 90ern Abi gemacht habe, hatten wir zwei Kurse mit erhöhtem Anforderungsniveau. Heute sind es drei. Und während wir so ziemlich alles abwählen konnten, worauf wir keinen Bock hatten, sind die heutigen Wahlmöglichkeiten doch einigermaßen eingeschränkt. Keine Ahnung, wie es in den 70ern und auf der Hauptschule war, aber ich denke mal, fürs Abi muss man heutzutage dann doch ein bissel mehr tun, als vor 30 Jahren.


    Dass die deutschen Pisa-Ergebnisse nicht gerade herausragend sind, liegt nicht an den hierzulande geltenden Lehrplänen. Die Länder, die dort regelmäßig Top-Ergebnisse einfahren, investieren weit mehr in ihre Bildung. Außerdem haben wir nach wie vor einen Lehrermangel, der zur Folge hat, dass es mit der Unterrichtsversorgung in vielen Fächern nicht zum besten steht.

  • Also ich habe als Gymnasiast in den frühen 70er Jahren einfach zu oft erlebt dass intelligente, begabte Schüler wegen Schwierigkeiten bei insbesondere Mathematik gescheitert sind, kein Abitur gemacht haben (mich eingeschlossen) während sie ansonsten gute Schüler waren. Und letztlich einen Beruf ergriffen haben der unter ihrem "Wert", ihrer Intelligenz und sonstiger Bildung wie z.B. Fremdsprachen,Geschichte, Deutsch lag.

    Ein grausames, dummes Bildungssystem das darauf abzielte auszusieben.Zugang zu höherer Bildung als Privileg für wenige zu gestalten.

    Jede Verbesserung dieses Schwachsinns ist mir höchst willkommen.

    Naja, erst einmal ist Schule aus meiner Sicht, bis weit in die Sekundarstufe hinein (7./8./9. Klasse) schlicht Allgemeinbildung, auch Mathematik. Wie man eine Gleichung mit einer Unbekannten löst, sollte jeder wissen. Das sind Wissensgebiete, die jeder Mensch beherrschen sollte, vollkommen unabhängig von der späteren Berufsausbildung. Grade Englisch ist da auch ein schlechtes Beispiel. Vernünftige Englischkenntnisse sind im Leben und auch im Beruf extrem wichtig, auch als Arzt oder Psychologe. Da habe ich immer meinen Vater vor Augen, der nie Englisch in der Schule gelernt hat ... hat sein Leben ganz klar schwieriger gemacht. Hier wäre ein Fragezeichen eher hinter eine zweite und dritte Fremdsprache zu setzen. Aber Schule ist weit mehr als nur Berufsausbildung.


    Im weiteren Verlauf wird dann ja Schritt für Schritt immer weiter spezialisiert gelernt und unterrichtet. Gleitend geht es so bis zum Ende eines Studiums. Hier wird dann neben dem Spezialwissen (von dem man nun auch bei weitem nicht alles später im Beruf braucht), vom Kandidaten vor allem gezeigt, dass dieser lernfähig ist und auch Aufgaben lösen kann, die ihm nicht liegen, die er nicht mag, wo er kein großes Talent hat. Er zeigt, dass er sich auch durchbeißen kann und nicht gleich aufgibt. Denn letzteres begegnet einem nun mal auch später im Beruf.

  • Problem ist auch eine ständige Neuerfindung des Rades von Verantwortlichen, die nach Möglichkeit selten bis nie den Schuldienst vor Ort besucht haben. In Bawü hatten wir schon Fächer und Fachverbünde die OHNE passenden Studiengang eingeführt wurden und auch tatsächlich vor dessen Einführung wieder abgesägt wurden.


    Die Fähigkeiten gehen nach unten. Ja, politische Entscheidungen zu Sozialleistungen sind treibender Faktor. Denn DORT rechnet man dann doch. Oder bekommt es vorgerechnet. Wozu überhaupt ein Abschluss, wenn man es auch ohne nicht viel schlechter und auch sorgenfreier hat. Paradebeispiel auch die Gemeinschaftsschulen als Ersatz der Hauptschule. Kein Sitzenbleiben. Noten nur auf Wunsch. Plötzlich heißt es dann: kein Abschluss. WIE? Wurden etwa nie die Bewertungstexte durchgelesen?


    Das einzige wo es eher bergauf geht ist Englisch. Das liegt aber auch am Sprachbad. Selbst generiert mit Social Media. Aber auch da gibt es ein paar, die das dann lieber in ihrer Muttersprache konsumieren.

    Abwägen je nach Fach ist auch so eine Sache. Wo setze ich die Grenzen? Was fällt bei einem allgemeinbildenen Abitur unter Allgemeinbildung? Einheitliche Linie in den Bundesländern? Hatte im Studium auch welche die dann Mathe abwählen konnten. Ersetzt durch Bio. Bei uns war Leistungskurs Mathe Pflicht. 99% der Themen brauche ich nicht mehr. Jeder Schulzweig hat auch sein eigenes Ziel. Während das Abi als allgemeine Hochschulreife läuft, sollte ein Hauptschul oder Realschulabschluss eher auf eien Asubildung vorbereiten. Dazu braucht es aber auch viel mehr praktische Elemente und vor allem Berufsorientierung mit Praktika.

    Grüßle!

    Johannes


    Fuhrpark:

    Opas Ehemaliger (jetzt Sommerfahrzeug): 94er C180: Imperialrot, Stoff schwarz, Elegance, 1. Hand, 68.600km.

    2003er A209 CLK320 Brillantsilber, Leder Anthrazit, Avantgarde, 198.000km.

    2005er S211 E500T Brillantsilber, Leder Anthrazit, Elegance, 230.000km.

    Omas 280SE: 78er 280SE: Cayenneorange, Stoff Bambus, 2. Hand seit 1980, 188.000km.

    Ehemalige:

    2002er S210 E430T 4matic: Brillantsilber, Leder Anthrazit, Avantgarde, 390.000km.

  • Zum Personalchef meines früheren Arbeitgebers habe ich noch freundschaftlichen Kontakt. Der stellt nur noch Abiturienten ein. Auch für Jobs, bei denen früher sogar der Hauptschulabschluss reichte. Aber "heutzutage kannste nicht mal Realschüler gebrauchen". Überwiegend wegen Rechtschreibschwächen. So sieht's in der Praxis aus.

    Zu meiner Anfangszeit wurden Bewerbungen von Waldorfschülern generell ignoriert. Ob das jetzt noch so ist, wollte er nicht verraten.

  • Zu meiner Anfangszeit wurden Bewerbungen von Waldorfschülern generell ignoriert. Ob das jetzt noch so ist, wollte er nicht verraten.

    Das muss man vielleicht nicht max. kritisch sehen. Denn natürlich ist die Waldorfschule völliger Murks, aber das spricht eher für die Eltern, denn für den Schüler. Da bekommen dann doch genug die Kurve.


    Irgendwo hängt halt extrem viel am Elternhaus, aber das war früher nicht anders. Anders war, dass Elternhäuser sich verändert haben. Die einen, wo es nur noch auf Life-Style ankommt und vor allem die anderen, die nix können. Das nennt man kulturelle Vielfalt und wer nicht klatscht, ist ein Nazi.


    Man muss immer ein wenig vorsichtig sein, denn man selbst lebt immer auch in einer gewissen Bubble. Die Kinder sind in meiner Bubble natürlich extrem gefördert, aber auch gefordert.


    In D haben wir drei große Baustellen.

    1. Demografischer Wandel. Der ist kaum zu lösen, außer einer wirklichen Zuwanderungsstrategie, die aber kaum mehr erfolgreich sein wird.

    2. Die Asylwanderung. Diese löst keinesfalls unseren demografischen Wandel, im Gegenteil, sie kostet sehr viel Geld und Wohlstand. Merz hat das mit "sie lassen sich die Zähne machen" vollkommen richtig gesagt, auch wenn es platt und nicht max. sachlich daher kommt.

    3. Die einzigen, die ernsthaft meinen, dass sie den Klimawandel aufhalten, wenn nur Deutschland das hinbekommt, die sind halt auf dem Holzweg. Das wird noch eine risen Baustelle der nächsten Jahre, vor allem weil Merz es ins Grundgesetz hat schreiben lassen. Die Gerichte werden hier unerbittlich reagieren auf die Gesetze der "politischen Mitte" und diese wird sich wundern, warum man diese für diese Gesetze nicht mehr wählen mag.